Familienchronik von Wilhelm Werner, 1957

Bild Links: Wilhelm Werner
Bild Mitte: Wilhelm Werner mit Ehefrau Irma Werner, geb. Gottmann
Bild Rechts: Denkmal/Grabstein von Christoph Werner und weiteren Deutschstämmingen in Kalinin-Kokbulak

Unser Vater Christoph Werner, geb. 1866, hatte eine zahlreiche Familie. Aus der ersten Ehe mit der ersten Mutter Christine, geborene Schäfer, hatten drei Kinder, unsere ältesten Schwestern: Christine, Elisabeth und Bertha. Beim dritten Kinde starb dem Vater seine erste Frau (Christine Werner, geb. Schäfer *12.01.1866 – 04.10. 1897,  starb zwei Jahre nach der Geburt ihres dritten Kindes).
Aus der zweiten Ehe, mit unserer Mutter Charlotte, geb. Wabnitz, neun Kinder, drei Söhne: Jakob, Wilhelm und Daniel, und sechs Töchter: Olga, Lidia, Emma, Martha, Wilhelmine und Melita. Jakob Werner trat in die Ehe mit Maria Klaßen im Jahre 1923. Sie erlebten 8 Kinder, 4 sind am Leben und 4 Kinder sind gestorben.
Unser Vater war der einzige Sohn unseres Großvaters Jakob Werner, aus der deutschen Kolonie Elisabethdorf oder N° 24 in der Ukraine – Kreis Mariupol, Jekatariner Gouverment. Er hatte zwei Schwestern: Pauline und Christine.
Unser Großvater hatte zwei Brüder: Martin und Karl Werner. (Außerdem gab es noch zwei Halbbrüder aus der zweiten Ehe des Urgroßvaters Jakob Werner mit Carolina Werner, geb. Tribus. Deren gemeinsame Kinder waren Friedrich, Georg Friedrich und Dorothea.)
Unser Urgroßvater, auch Jakob Werner, war nach mündlicher Überlieferung 12 Jahre alt, als er mit seinem Vater Philipp Werner (er hieß Jakob Werner, Johann Philipp Werner war die nächstältere Generation) und der Familie nach Rußland zogen.
Nach dem Inhalte eines Briefes, geschriben im Jahre 1836, den unsere Voreltern von ihren in Deutschland zurückgebliebenen Geschwistern, schon hier in Rußland erhielten und der bis 1941 in der Familieaufbewahrt blieb, sind unsere Voreltern gebürtig aus dem Dorfe “Graben” (heute Graben-Neudorf) nahe bei der Stadt Karlsruhe.
Im Jahre 1925 hat man in unserem Mutterdorfe Elisabethdorf in der Ukraine das 100 jährige Ansiedlungs-Jubiläum gefeiert. Daraus ist zu entnehmen, daß unsere Vorfahren im Jahre 1825 in Südrußland ansiedlten.
Unsere Eltern und Vorfahren waren ausnahmsweise (gemeint ist ausnahmslos) Landwirte und hingen mit Leib und Seele an ihrer Scholle Erde. Sie wahrten sorgfältig die deutsche Sprache, Sitten und Gebräuche, und waren zufriedene und glückliche Menschen in ihrem einfachen und reinem ev-lutherischen Glauben, so wie auch ihn ihrer werktätigen, einfachen, bäuerlichen Lebensweise. Sie aßen ihr Brot im Schweiße ihres Angesichts.
Unsere liebe Mutter starb am 9. Januar 1940 im Alter von 70 Jahren (sie war 69 Jahre alt) am Schlage und wurde beerdigt auf dem Kirchhof in Nikolaital, der deutschen Kolonie im nördlichen Teile des Dongebiets; welches Dorf im Jahre 1908 von unseren Vätern gegründet und angesiedelt wurde. Unsere drei jüngsten Geschwister Mine, Melita und Daniel erblickten hier zuerst das Licht der Welt. Hier war unsere liebe Heimat, bis wir im September 1941 mit so vielen deutschen Brüdern in die Verbanung nach Kasachstan (Deportation am 17.09.1941) verschickt wurden.
Unser lieber Vater starb am 19. März 1943 im ALter von 77 Jahren, hier in Südkasachstan, Tulkubas-Raijon-Aul: “Kalinin-Kokbulak”, wo er und noch mehrere Deutsche vergraben wurden. Friede ihrer Asche.

Geschrieben und gewidmet den Nachkommen. November 1957. Südkasachstan – Balyktschi. Wilhelm Werner

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