Molotschnaer Kolonien (Prischiber Kolonien)

Die ehemaligen Molotschnaer Kolonien sind heute die kleine Stadt Tokmak in der Oblast Saporischschja in der südlichen Zentralukraine.

01.
Alt-Montal (auch Alt-Monthal, Altmontal), evangelisch, gegr. 1805, heute Samoschne / Заможне;
60 Familien aus Polen, Brandenburg und Mecklenburg; 1809 kamen noch 20 Familien aus Baden und Elsaß

02. Alt-Nassau, evangelisch, gegr. 1805, heute Wynohradne / Виноградне;
diese Familien kamen 1800 – 1802 aus Nassau-Usingen; 1814 gründeten 20 Familien Neu-Nassau

03. Blumental, katholisch, gegr. 1822, heute Riwne / Рівне;
diese Familien stammen von den Nachkommen der Kolonien Kostheim, Leiterhausen, Heidelberg und Waldorf

04. Darmstadt, evangelisch, gegr. 1840, heute Romaschky / Ромашки

05. Durlach, evangelisch, gegr. 1810, zerstört, südlich von Tschapajewka / Чапаєвка

06. Friedrichsfeld, evangelisch, gegr. 1812, heute Rosdol / Роздол;
die Familien stammen aus der Mannheimer und Heidelberger Gegend; dazu kamen 4 Familien aus der Stuttgarter Gegend; 1811 kamen noch mehrere Familien, die 1804 aus Pr. Polen nach Neudorf eingewandert sind und dann noch nach Friedrichfeld umsiedelten.

07. Grüntal, evangelisch, gegr. 1810, zerstört, bei Tschornosemne/Чорноземне

08. Heidelberg, katholisch, gegr. 1810, heute Nowohoriwka / Новогорівка;
die meisten Familie kamen aus Baden: Mannheimer, Heidelberger und aus der Rastatter Gegend; 1822 kamen zu den 82 Familien noch 10 hinzu

09. Hochheim, evangelisch, gegr. 1818, heute Komsomolske / Комсомольське

10. Hochstädt, evangelisch, gegr. 1810, heute Wyssoke / Високе

11. Hoffental, evangelisch, gegr. 1804, heute im nördlichen Teil von Wynohradne;
einige Familien sind schon 1802 aus Baden und Württemberg nach Pr. Polen ausgewandert; 1810 kamen noch 2 Familien aus Württemberg und 17 Familien aus Westpreussen

12. Kaisertal, evangelisch, gegr. 1838, heute Solota Dolyna / Золота Долина

13. Karlsruhe, evangelisch, gegr. 1815, heute Sraskowe / Зразкове;
15 Familien kamen aus Weinau und 16 aus Wasserau; 1821 zogen weitere 5 Familien aus der Durlacher und Eppinger Gegend Badens hinzu; einige aus dem Elsaß

14. Kostheim, katholisch, gegr. 1810, heute Pokasne / Показне;
Badener Familien aus der Gegend Bruchsal, und Elsässer, Pfälzer aus der Gegend Landau und Speyer

15. Kronsfeld, evangelisch, gegr. 1825, heute Marjaniwka / Мар’янівка.
Die Kolonie wurde in früheren Jahren von den Familien, die aus der Gegend Heidelberg und Tübingen auswanderten und die bei Petersburg (Zarskoje selo) ansiedelten und mit Erlaubnis des Zaren weiterwandern durften, gegründet. Es waren 19 Familien,die unter ihrem Schulzen Adam Schatz Kronsfeld gründeten. 1833 mußte die Kolonie 12 weitere Familien aus Neudorf, das aufgelöst worden ist, aufnehmen. 1839 kamen weitere 3 Familien aus Weinau hinzu.

16. Leiterhausen, katholisch, gegr. 1810, heute Traktorne / Тракторне;
die Familien stammen aus der Gegend von Mannheim, Heidelberg und aus dem Elsaß

17. Neudorf, evangelisch, gegr. 1805, zerstört, südlich von Wyschnewe / Вишневе;
Neudorf wurde 1831 aufgelöst und die Bewohner nach Kronsfeld und Rosental überführt.

18. Neu-Montal, evangelisch, gegr. 1816, heute Peremoschne / Переможне;
21 Familien kamen aus Alt-Montal, 1823 kamen weitere 7 hinzu

19. Neu-Nassau, evangelisch, gegr. 1814, heute Suwore / Суворе;
12 Familien stammen aus dem Schwarzwald / Württemberg und 20 aus Hessen-Nassau.

20. Prischib, evangelisch / katholisch, gegr. 1805, großteils zerstört im nördlichen Teil von Wynohradne.
Der größte Teil der Einwanderer kam aus Württemberg und Baden. Später kamen aus dem verschiedenen Teilen Deutschlands weitere Einwanderer, aber auch aus dem umliegenden deutschen Dörfern.

21. Reichenfeld, evangelisch, gegr. 1810, heute Plodorodne / Плодородне;
3o evengelische und eine katholische Familien kamen aus Baden, aus der Gegend Mannheim und Heidelberg. Diesen Familien haben sich einige Württemberger aus der Gegend von Stuttgart und einige Pfälzer aus dem Bistum Speyer angeschlossen.
1823 kamen noch 6 evangelische und 4 katholische Familien aus Zarskoje Selo bei Petersburg,wohin sie 1807 – 1809 eingewandert waren.

22. Rosental, evangelisch, gegr. 1804, heute Nowe Pole / Нове Поле.
Zu den ursprünglichen Familien kamen 1810 3 Familien aus Pr. Polen und 3 aus Baden. 1823 kamen noch 2 Familien und 1833 8 Familien aus dem aufgelösten Dorf Neudorf.
Insgesamt waren es 28 Familien.

23. Tiefenbrunn, evangelisch, gegr. 1820, heute Tschystopillja / Чистопілля

24. Waldorf, katholisch, gegr. 1809, heute Schowtnewe / Жовтневе

25. Wasserau, evangelisch, gegr. 1805, heute Wodne / Водне;
1802 kamen Einwanderer aus Württemberg, Kreis Rottenburg nach Preussisch Polen, dann 1804 mit einigen anderen dortigen Familien (insgesamt 38 Familien) nach Südrussland. 1810 kamen 4 Familien aus aus Baden-Durlach dazu. 1823 übersiedelte die ganze Gemeinde an einen günstigeren Ort, da das Land im ursprünglichem Ort sich 12 km ausdehnte und daher bei der Bearbeitung Umbequemlichkeiten bot.

26. Weinau, evangelisch, gegr. 1805, heute Tschapajewka / Чапаєвка.
Die Einwanderer kamen 1802 aus der Stuttgarter Gegend und lebten einige Jahre in Preussisch Polen. 1810 kamen noch 12 Familienaus Baden. 1815 zogen 15 Familien nach Wasserau und 1840 3 Wirte nach Kronsfeld.

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Eine Antwort auf Molotschnaer Kolonien (Prischiber Kolonien)

  1. David sagt:

    Hallo,

    wissen Sie etwas über die Familien Esau,…aus Thiegenhagen (Gebiet Molotschna: Mennoniten). Und etwas über die Familien Famile Wied im Gebiet Odessa (großes bekanntes Dorf: irgendetwas mit -Tal glaube ich, das müsste das größte bekannte Dorf gewesen sein…Hoffnungstal?). Ich werde ihnen noch genauere Informationen schicken. Eine tolle Seite haben sie hier :)

    Freundliche Grüße

    David